Kelten, mittelalterliche Städte, Märchenspiele

Das 22. Treffen der Region Westdeutschland vom 23. bis 25. September 2010 in der Wetterau
23 Teilnehmer haben sich gemeldet jedoch muss Kalla kurzfristig aus gesundheitlichen Gründen absagen. Er hat aber eine Bekannte aus Büdingen für die Stadtführung gewonnen so dass das Programm wie geplant ablaufen kann.
Freitag. Bei herrlichstem Herbstwetter treffen gegen 15.00 Uhr die 21 Teilnehmer auf der ehemaligen Keltensiedlung Glauberg ein. Nach gebührenden Begrüßungen und nach dem Genuss des großartigen Panorama auf dem Dach des Museums die Besichtigung der Ausstellung, welche auf sehr anschauliche Weise Kultur und Leben der Kelten darstellt. Höhepunkt die Originalskulptur eines Keltenfürsten, die in einer Grablege gefunden wurde und den Glauberg in aller Welt berühmt machte.
In der Abendstunde dann eine gemütliche Runde durch das mittelalterliche Ortenberg mit seinen mit Märchenmotiven verzierten Straßenlaternen.
Gemeinsames Abendessen in unserem Quartier, dem Ortenberger Hof. Hier lernen wir unsere Führerin kennen: Twiddy – Lydia Pracht Edig, Büdinger Urgestein, engagierte Pfadfinderin. Sie führt uns in die Geschichte Büdingens und Umgebung ein. Reiner Weber illustriert dies durch einen Film über die Stadt. Hannes stellt uns die neue VDAPG Präsentation vor. Essen vorzüglich, Stimmung bestens.
Samstag. Bei der Morgenrunde nachdenkenswerte Worte von Wato: Die Menschheit war seit urdenklichen Zeiten auf der Suche nach Sinn und Werten. Viel seelische Not ist im Grunde „geistige“ Not, nämlich die Unzufriedenheit mit einem anscheinend sinnlosen Dasein. Dabei ist die Sinnfülle unseres Daseins in Wahrheit unermesslich, nur der Blick des einzelnen dafür manchmal getrübt: er sieht das Positive nicht, weil er mit der Härte des Schicksals hadert.
Twiddy in zünftig mittelalterlicher Tracht führt uns durch Büdingen. Büdingen wird oft als das Rothenburg Hessens bezeichnet. Im historischen Stadtkern finden sich Fachwerkhäuser, die zum Teil mehrere hundert Jahre alt sind. Zumeist ist das Erdgeschoss jedoch in massivem Sandstein gehalten, was seinerzeit dem Brandschutz diente. Sehenswert ist die gut erhaltene mittelalterliche Befestigungsanlage der Stadt: Große Teile der Stadtmauer, der Wehrtürme und Stadttore sind erhalten und teilweise begehbar. Eine besondere Attraktion ist das Untertor (auch bekannt als Jerusalemer Tor) mit vorgelagerter Brücke, vollendet im Jahr 1503. Die Überlieferung besagt, dass dieses Tor nach der Pilgerreise eines Sohnes des Grafen Ludwig als Kopie des Jerusalemer Schafstores erbaut wurde.
An diesem Wochenende findet der jährliche Gallusmarkt statt, ein Event das die gesamte Stadt umfasst und Massen herbeiruft. Auf dem Marktplatz erwartet uns Bürgermeister Erich Spamer und begrüßt uns offiziell. Er gibt seiner Hoffnung Ausdruck, dass auch in Büdingen die Pfadfinder Einzug halten. Er stellt Jules-August Schröder vor, einen ehemaligen Pfadfinder, der ebenfalls an der Gründung eines Stammes interessiert ist.
Nach einer Mittagspause Treffen vor dem Schloss. Das Büdinger Schloss, eine im Kern staufische Wasserburg, erhielt sein jetziges Aussehen im 16. Jahrhundert. Schon immer wurde die Anlage von den Herren von Büdingen als Schloss bezeichnet. Noch heute wohnt dort die Familie Fürst zu Ysenburg und Büdingen. Frau Elisabeth Gömmer führt uns mit viel Begeisterung durch das Schlossmuseum. In der Kapelle überraschte sie uns mit einer in prächtiger Sopranstimme vorgetragenen Motette und vermittelte uns die Stimmung, die seinerzeit herrschte. Über unsere erstaunten Gesichter lachend gestand sie eine Ausbildung als Opernsängerin absolviert zu haben.
Weiter nach der Barbarossastadt Gelnhausen, wo uns „Süm“, Werner Sümmerer, ehemaliger Pfadfinder und Freund Reiners, durch die Kaiserpfalz und durch die Altstadt führte. Gelnhausen wurde im Jahr 1170 durch Kaiser Friedrich I. (Barbarossa) gegründet, der dort eine Pfalz errichtete. Bekannte Bürger der Stadt sind Johann-Jacob-Christoph von Grimmelshausen sowie Philipp Reis, der später in Friedrichsdorf das Telefon erfand.
Abends Einstimmung auf den nächsten Tag durch Watos Lesung des Märchens „Der Fischer und seine Frau“.
Sonntag.. Morgenrunde mit Gedanken von Wato, diesmal das „Schweigsame Lied“ von Hermann Claudius:
Wohl - ihr fragt, warum an Gott ich glaube. Fragt ihr auch, warum die Sonne scheint?
Fragt ihr auch, warum ihr atmet- weint? Und warum am Weinstock quillt die Traube?
Es ist leicht, mit schnellem Mund zu fragen, Doch es kräuselt nur wie Wind die Flut,
Und was heimlich in der Tiefe ruht, könnt ihr nicht mit schneller Hand erjagen.
Wem der Herrgott einsamlich begegnet, trägt es tief im Herzen, geht und schweigt.
Und ob man mit Fingern auf ihn zeigt, weiss er doch: sein Leben ist gesegnet.
Fahrt nach Steinau an der Strasse, der Stadt der Brüder Grimm, einer wichtigen Station der römischen Via Regia. Das imposante Schloss errichteten die Herren von Hanau zur Sicherung der Via Regia und benützten sie später als Witwensitz. Unter Leitung von Mechthild Schmenger besichtigten wir das Brüder Grimm Museums in deren ehemaligen Wohnhaus, wo die verschiedenen Aktivitäten der Brüder in vorbildlicher Form dargestellt sind. Einen Besuch wert! Dann im Marionettentheater „Der Fischer und seine Frau“ durch die berühmten Holzköppe. Erstaunlich welche Gefühle man mit Puppen mit ihren „Holzköppen“ vermitteln kann. Großer Applaus.
Mittagessen in der etwas abgelegenen „Hühnerfarm“, einem in der Region sehr beliebten Ausflugslokal. Natürlich wurden die berühmten Brathähnchen probiert und zwar Art des Hauses händisch (mit dem uns allen angeborenen Besteck). Eine Gaudi!
Anschließend der Abschiedskreis und großes Abschiednehmen. Der im Programm vorgesehene Abstecher nach Bad Orb wurde nur von einigen Unentwegten wahrgenommen - immerhin war es schon 15.00 Uhr.
Das Wetter war ideal, das Programm hochinteressant und die Stimmung wie üblich bestens. Den Organisatoren seis gedankt, den Teilnehmern ebenfalls.
Das nächste Treffen (das 23.) findet diesmal auf Vorschlag von Ruth Schmidt in ihrer Stadt, der Schmuck- und Edelsteinstadt Idar-Oberstein, statt. Termin: Donnerstag, den 17. bis Samstag, den 19. Mai 2012. Separate Einladungen werden verschickt doch dringt Hannes darauf, dass Ihr ihm in den nächsten Tagen kundtut, ob Ihr mitmacht. Unser (sehr schönes) Hotel kann nur en bloc gemietet werden und Hannes braucht etwas Sicherheit zur Belegung ehe er den Vertrag unterschreibt.
François
Im Internet können unter der folgenden Adresse Bilder von diesem Treffen eingesehen, heruntergeladen und kopiert werden:

