Region Westdeutschland
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Regionssprecher Francois Reiser
François R. Reiser
Schlesierstrasse 13
61381 Friedrichsdorf
Tel 06172-77 86 90
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Mittwoch, 28. April 2010 - 23:29 Uhr
Ein Wochenende in Mainfranken (19. Treffen der Region West)

Das 19. Treffen der Region West fand vom 19. bis 21. März 2010 in und um Würzburg statt. (Anm.: Eine Bildserie steht im Netz. Durch Anklicken der Überschrift gelangt man zu ihr.) Es begann mit einer Hiobsbotschaft: Kalla, unser Historiker und Programmleiter, erlitt 2 Tage vor dem Treffen einen Schwächeanfall und wurde ins Krankenhaus eingeliefert. So manche Drähte liefen heiss aber schlussendlich konnten die 34 Teilnehmer ein volles Programm mit interessanten Exkursionen in die Mainfränkische Region geniessen. Besonders hervorgehoben seien die Beiträge unserer Damen Wato Krüger und Elke Obenauer, welche die Abende mit Vorträgen über historische Figuren der Region wie Tilmann Riemenschneider und Walter von der Vogelweide (in der Originalversion) bereicherten. Wato bestritt zusätzlich noch die Morgenrunden mit Gedanken zu Themen unserer Zeit. Es freute uns besonders Freunde aus dem hohen Norden und aus dem Frankenland bei uns zu haben.
Zum Wetter: ein Wechsel zwischen beinahe hochsommerlich und regnerisch-kalt. Aber meistens angenehm.
Man traf sich bei schönstem Sonnenschein freitags in Bad Mergentheim zu einer Führung durch diese Bäderstadt und Hochburg des Deutschen Ordens. Diese begann am Marktplatz mit seinen „Zwillingshäusern“ und endete am Münster St. Johannes Baptist. Mergentheim wurde 1058 erstmals urkundlich erwähnt. 1280 wurden der Siedlung die Zollrechte von Herzog Johann von Lothringen zuerkannt. Am 2. Juli 1340 wurde Mergentheim auf Bitten des Deutschmeisters Wolfgang von Nellenburg durch Kaiser Ludwig den Bayern zur Stadt erhoben. Von 1526 bis 1809 war Mergentheim Hauptsitz des Deutschen Ordens (Sitz des Hochmeisters). Seit 1809 gehörte die Stadt zum Königreich Württemberg. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 kam Bad Mergentheim zur Amerikanischen Besatzungszone. Unter vielen prominenten Mergenthalern sei Ottmar Mergenthaler (* 11. Mai 1854; † 28. Oktober 1899 in Baltimore), Erfinder der Linotype-Setzmaschine, besonders erwähnt. Im Deutschordensmuseum im Deutschordenschloss wird die Geschichte des Deutschen Ordens, der hier seinen Hauptsitz hatte gezeigt. Wir bewunderten die Berwart-Treppe, eine 1574 von Blasius Berwart erbaute Wendeltreppe aus massivem Stein.
Nach der "Krankenkassenreform" mit dem Ausbleiben der Kurgäste fand sich Bad Mergentheim in einer desolaten finanziellen Lage. Aus dieser wurde sie befreit durch den Einsatz von Reinhold Wuerth, Gründer des weltweiten Firmenunternehmens, welcher einen großen Teil seiner Konzernaktivitäten nach Bad Mergentheim verlegte und somit dort tausende von Arbeitsplätzen schaffte.
Abends in der Krone in dem bekannten Weinort Randersacker stimmte uns Wato ein auf den nächsten Tag mit Vorträgen über Tilmann Riemenschneider und Balthasar Neumann ein.
Morgenrunde wieder mit Watos besinnlichen Worten von Sigurd Taesler: „Der Mensch sollte sich seines einmaligen, unverwechselbaren, unteilbaren persönlichen Seins bewußt werden. Das persönliche Sein ist Teil der Gemeinschaft, zu der er gehört, aber die Gemeinschaft wäre nicht, was sie ist ohne dieses persönliche Sein“. Dann der Liedtext: „Wir sind wie Feuer, die lodernd brennen..“ von Otto Salomon.
Das Wetter meinte es gut mit uns, und wir genossen einen Spaziergang durch den Würzburger Residenzgarten mit dem Blick auf die imposante barocke Kulisse der fürstbischöflichen Residenz, ehe wir uns durch dieses Weltkulturerbe führen liessen. Die Fürstbischöfe hatten seit dem 13. Jahrhundert ihren Sitz in einem Renaissanceschloß innerhalb einer Festung auf dem Marienberg. Als die Zeit des Absolutismus anbrach entsprach eine solche Residenz den Bedürfnissen der Herrscher nicht mehr. Fürstbischof Johann Philipp Franz von Schönborn beauftragte 1719 den noch unbekannten Balthasar Neumann mit dem Entwurf des Schlosses, welcher mit einer Gruppe von Architekten den jetzigen Gebäudekomplex entwarf und erstellte. Bereits das gigantische Treppenhaus (31x19 m) vermittelte einen Eindruck von der Allgewalt dieser Herrscher über Kirche und Staat. Das von Giovanni Batista Tiepolo erstellte Monumental-Deckengemälde symbolisiert die damals bekannten vier Erdteile, die dem Fürsten huldigen. Wir bestaunten eine Reihe von Sälen und Gemächern, alle prunkvoll dekoriert und zum Teil für die seltenen Besuche des Kaisers vorgehalten. Besonders das mit Hinterglasmalerei üppigst verzierte Spiegelkabinett beeindruckt durch die Kunstfertigkeit seiner Ausführung. Wenn man sich vorstellt, dass am 16. März 1945 das beinahe gesamte Bauwerk während der Bombardierung Würzburgs durch Brandbomben zerstört wurde kann man die gewaltige Rekonstruktionsleistung ermessen.
Anschliessend ein individueller Bummel durch Würzburgs Altstadt mit viel Zeit zum Gucken und die vollbesetzten Straßencafés ausprobieren. Und immer im Blick die beiden Wahrzeichen Würzburgs: die Feste Marienberg und den, für Weingeniesser viel sympathischeren, Steinberg, Ursprung bester Erzeugnisse der dort angesiedelten Reben.
Dazu passt die Anekdote von Gottfried Schadow (1764-1850), Gestalter der Quadriga auf dem Brandenburger Tor in Berlin. Ihm wurden bei einem Festessen gezuckerte Weintrauben als Köstlichkeit serviert. Er hob sein Weinglas und sagte lächelnd: „ich pflege Wein nicht in Pillenform zu genießen“.
Nachmittags 15.00 Uhr Treffpunkt auf der Feste Marienberg, einer massiven Trutzburg welche Würzburg dominiert. Eine Führung ließ uns das gewaltige Bauwerk gebührend bewundern. Zur Historie: bereits in keltischer Zeit befanden sich hier eine Fliehburg und ein heidnischer Kultplatz. Um 1200 wurde bereits eine Burganlage mit Bergfried und tiefem Brunnen erbaut, das Palais des Konrad von Querfurt. Von 1253 bis 1719 war die Festung Marienberg die Residenz der Würzburger Fürstbischöfe. Während des Bauernkriegs wurde die Festung Marienberg erfolglos bestürmt. Tilman Riemenschneider stellte sich als Bürgermeister auf die Seite der Bauern und wurde deshalb auf der Festung Marienberg nach dem Zusammenbruch des Aufstandes für neun Wochen inhaftiert.
Besonders sehenswert ist die zu Beginn des 8. Jahrhunderts errichtete Marienkirche, die älteste Kirche Deutschlands. In ihr wurden die Fürstbischöfe begraben, deren Grabplatten man bewundern kann. Die insgesamt 12 km langen Mauern umgeben die Festung. Sie wurden ergänzt durch ebenfalls kilometerlange Kasematten, welche alle zur Verteidigung notwendigen Geräte enthielten. Die Wasserversorgung wurde sichergestellt durch einen 80 Meter tiefen Brunnen, der heute noch Wasser führt. 1572 wurde die zum Teil zerstörte Festung in das noch heute erhaltenen Renaissanceschloss umgebaut. Es brannte 1945 beinahe ganz aus und beinhaltet heute das Fürstenbaumuseum mit der mit kostbaren Möbeln, Wandteppichen und Gemälden ausgestatteten Bibrawohnung.
Das Ende der Führung artete in einen Dauerregen aus, welcher dem exploratorischen Teil des Tages ein Ende setzte. Umso schöner wurde der Abend in der Krone bei gutem Essen, besten Weinen, literarisch ausgesuchten Vorträge von Wato sowie der bereits erwähnte Beitrag von Elke Obenauer in der Originalversion Walter von der Vogelweides. Man sang, man unterhielt sich und der Regen störte recht wenig.
Sonntags die Morgenrunde mit Gedanken von Wato: diesmal ein Indianergebet.
Nächster Treffpunkt: das Torturmtheater in Sommerhausen. Für die, die es ganz genau wissen wollen: Sommerhausen liegt gegenüber des Mains von Winterhausen. Ein sympathischer Führer, gebürtiges Nordlicht welches sich in Mainfranken jedoch sehr wohl fühlt, führte uns durch seinen gänzlich von einer Mauer umgebenen Winzerort mit einer großen Geschichte. Das 1950 von Luigi Malipiero gegründete Torturmtheater mit seinen kaum fünfzig Sitzplätzen kleinstes Theater Deutschlands machte Sommerhausen weithin bekannt. Luigi Malipiero, Ehrenbürger der Gemeinde Sommerhausen war Schauspieler, Regisseur, Bühnenbildner und Maler zugleich. Er starb 1975. Danach übernahm Veit Relin das Theater, welches er mit Ur- und Erstaufführungen zeitgenössischer Autoren erfolgreich weiterführt. Wir wanderten entlang der mittelalterlichen Mauer mit seinen verschiedenen Türmen. Unter ihnen der Rumorknechtsturm, der nach seinem früheren Bewohner, dem Rumorknecht, benannt ist, der im Ort für Ruhe und Ordnung zu sorgen hatte. Dann der Marktplatz, der "Plan". Er ist von stattlichen Häusern umgeben, von denen ein schmales Fachwerkhaus und ein heutiger Winzerhof besonders auffallen. Das kleine Haus mit schöner Außentreppe beherbergte einst das Eichamt. Daher wird es heute noch die "Alte Eich" genannt.
Das größere Haus nebenan ist das Geburtshaus von Franz Daniel Pastorius, dem ersten deutschen Siedler nach Amerika und Gründer der Stadt Germantown. Eine Gedenktafel erinnert an sein Wirken. Dort befindet sich auch das 1558 erbaute, mit einem Treppengiebel geschmückte Rathaus. Schräg gegenüber steht ein Brunnen, dessen gewappneter Ritter – "Hans Jörg" genannt. Weiter dann die evangelische Pfarrkirche, Bartholomäuskirche genannt. Erstmals 1341 erwähnt, wurde sie 1666-1672 umgebaut. 1739 stürzte das Langhaus ein und wurde 1740 neu errichtet. Der seitlich stehende Turm aus dem 13. Jahrhundert wurde 1596 um die Turmobergeschosse und den Treppenaufgang erweitert. Er blieb beim Einsturz der Kirche erhalten. Im Innern der Kirche fällt besonders die Kanzel auf. Ein Renaissanceaufbau mit reichem Schnitzwerk von 1620, im 18. Jahrhundert erweitert. Unser Führer zitierte aus den Verhaltungsmassregeln beim Kirchenbesuch unter denen unter anderem kein Saufen und Randalieren sowie geschlechtlicher Verkehr während der Gottesdienste erlaubt waren.
Alsdann das Schloss, zuletzt im Besitz der Gräfin Hildegard von Rechteren-Limpurg. Nach deren Tod ging das Schloss in Privatbesitz über und wird heutzutage für verschiedene Veranstaltungen genutzt. Der Hauptbau trägt die Jahreszahl 1569, während der zweiflügelige ältere Trakt aus dem 15. Jahrhundert stammt. Vom Durchzug König Gustav Adolfs zeugt ein Wandbild an der Fassade des Hotels "Ritter Jörg" (in welchem einige der Teilnehmer ihr Mittagsmahl einnahmen).
Es setzte ein ergiebiger Dauerregen ein, welcher die Programmleitung dazu bewog, unter einem schützenden Dach eines Innenhofes eine vorzeitige Schlussrunde abzuhalten, an welcher der Tourleiter mit viel Begeisterung teilnahm. Der Besuch des Rokokogartens Veitshöchheim wurde aus dem Programm gestrichen, jedoch den Teilnehmern wärmstens empfohlen.
Ein besonderer Dank an unseren leider verhinderten Historiker Karl Scherer, welcher das Programm konzipiert hatte und an unseren Quartiermeister Hannes Enzinger, welcher die Logistik auf die Beine stellte. Und an alle Teilnehmer, welche die Unbilden des Wetters mit pfadfinderischer Gelassenheit über sich ergehen ließen. Auffallend ist bei all unseren Treffen die Harmonie der Teilnehmer, welche sich schnell zusammenfinden und durch ihre gute Laune die Treffen zu dem machen, was sie geworden sind: ein frohes Zusammensein einer Gruppe durch ihre Pfadfindervergangenheit geprägter Erwachsener.
Das 20. Treffen wird am Wochenende 15. bis 17. Oktober unter dem Motto „Goldener Oktober“ in und um Freiburg im Breisgau stattfinden. Bis dahin wünschen Euch Eure Organisatoren alles Gute und auf Wiedersehen.
François
Sonntag, 4. April 2010 - 00:24 Uhr
FROHE OSTERN EUCH ALLEN

FROHE OSTERN EUCH ALLEN aus dem kalten Taunus. Es war heute morgen mal wieder Eis auf dem Brunnen und es geht ein kräftiger Wind. Kalender und Zeitungen jedoch behaupten, dass der Frühling da ist. Also muss man es glauben. Auf jeden Fall wünsche ich Euch ein schönes Osterfest und viele Ostereier. Wisst Ihr eigentlich wie so ein Hase Eier legen kann? Ist mir ein Rätsel, aber meine Enkel behaupten es steif und fest. Wäre ein vielleicht ein Thema für unser nächstes Treffen vom 15. bis 17. Oktober in und um Freiburg im Breisgau.
Francois
Montag, 25. Januar 2010 - 00:38 Uhr
19. Regionaltreffen Westdeutschland
Einladung
zum 19. Regionaltreffen Westdeutschland
von Freitag, dem 19. bis Sonntag, dem 21. März 2010 in der Residenzstadt Würzburg.
Im Kraichgau hatten wir beschlossen, unser nächstes Treffen in Bonn abzuhalten. Leider war es uns unmöglich für das geplante Wochenende ein Quartier zu finden. Wir mussten also unsere Planung ändern und es freut uns Euch mitteilen zu können, dass wir uns in der berühmten fränkischen Residenzstadt Würzburg und Umgebung unter Führung Kallas umsehen wollen. Der geplante Termin bleibt unverändert, so dass Ihr Eure Terminkalender nicht mühselig ändern müsst. Wir werden in dem berühmten Weinort Randersacker übernachten und zwar im
Hotel Gasthof zur Krone, 97236 Randersacker, Würzburgerstr.16,
Tel: 0931-70540, E-Mail: info@krone-randersacker.de
Es stehen Einzel-, Doppel- und Dreibettzimmer zur Verfügung. Preise: Einzelzimmer: 41.- €, Doppelzimmer 61.- €, Dreibettzimmer 78.- € (Zimmerpreis) jeweils einschließlich Frühstück. Parkplätze kein Problem. Randersacker ist 6 km von Würzburg entfernt.
Wir werden an den beiden Abenden wie immer gemeinsam essen. Menüvorschläge liegen bei. Teilt bitte bei der Anmeldung Eure Auswahl für jeweils Freitag- und Samstagabend mit.
Für die Vortrags- und Singeabende steht uns ein separater Raum zur Verfügung. Die Zimmer werden in der Reihenfolge des Anmeldeeingangs zugeteilt. Anmeldungen an Hannes Enzinger, Saarwellingerstrasse 163, 66740 Saarlouis, Telefon: 06831-82563, Fax:06831-4872733, Mail: h.enzo@t-online.de
Die Anmeldungen für das Gasthaus werden nach Überweisung von 20.- Euro pro Person auf das Konto Nr. 279127864 bei der KSK Saarlouis BLZ.59350110, Zweck: H. Enzinger (Treffen Würzburg), getätigt. Diese Kaution wird beim Treffen zurückerstattet. Außerdem erheben wir vor Ort eine Unkostenbeteiligung in Höhe von 2,50 € pro Person.
Kalla hat für uns ein interessantes Programm zusammengestellt, welches Ihr auf Seite 2 findet.
Abendessen
Um lange Wartezeiten beim Abendessen zu vermeiden, haben wir die folgenden Gerichte ausgesucht und bitten Euch, bei der Anmeldung anzugeben was Ihr am Freitag und Samstag essen wollt.
Jägerschnitzel mit Champignon Soße Kroketten und Salat 9,50 €
Sauerbraten mit Klößen und Rotkohl 8,50 €
Fränkisches Hochzeitsessen ( Ochsenbrust mit
Meerrettich Preiselbeeren und Nudeln) 8,50 €
Cordon bleu vom Schwein mit Pommes u. Salat 10,50 €
Fischgericht ( Pangasiusfilet ) 10,00 €
Fränkische Bratwürste mit Kraut und Brot 6,00 €
7. Tagessuppen 2,90 – 3,20 €
Wir freuen uns auf ein interessantes und gutes Treffen und, ganz besonders, Euch in alter Frische in Randersacker begrüssen zu können.
Gruß und Gut Pfad
Hannes und François
Im Januar 2010
Wichtig: Blaue Fähnchen nicht vergessen!
Programm Treffen Würzburg
„Wir wollen zur schönen Frühlingszeit ins Land der Franken fahren" und hier den Spuren des Deutscher Ritterordens, der Fürstbischöfe von Würzburg und dreier großer Deutscher folgen: Walters von der Vogelweide, Tilman Riemenschneiders und Balthasar Neumann. Dazu treffen wir uns am
Freitag, den 19. März 2010
um 15.00 Uhr in Bad Mergentheim
Treffpunkt: an der Mariensäule in der Altstadt. Parken: Parkhaus „SchloßGarage“ unweit unseres Treffpunktes
Bad Mergentheim war Sitz des Hoch- und Deutschmeisters des Deutschen Ritterordens. Unser Rundgang durch die Stadt führt über den Marktplatz mit Renaissance-Rathaus zum Münster St. Johann, vorbei an stolzen Fachwerkhäusern und Barock-Palais zum Deutsch-Ordensschloß mit Schlosskirche. Nach der Ortsbesichtigung fahren wir zu unserem Quartier im Hotel Gasthof zur Krone, 97236 Randersacker Würzburgerstr.16
Gegen 19.00 Uhr - Abendessen. Anschließend kurze Einführung in die Geschichte der Region und zu Person und Werk der oben Genannten, gemeinsames Singen bei gutem Bocksbeutel!
Samstag, den 20. März
8,30 Uhr - Frühstück
9.30 Uhr - Morgenwache und Abfahrt nach Würzburg
Fahrt zur Residenz der Fürstbischöfe (* UNESCO-Welterbe) Treffpunkt am Schloßeingang, Parken: Parkplatz direkt am Schloß. Nach der geführten Schloßbesichtigung
Fahrt zur Feste Marienberg
Treffpunkt und Parken: Parkplatz Feste Marienberg
Nach Besichtigung der Feste und des Mainfränkischen Museums
Fahrt ins Zentrum der Altstadt
Treffpunkt: Eingang der Marienkapelle am Marktplatz Parken: Marktgarage (unter dem Marktplatz)
Auf einem kleinen Stadtrundgang besuchen wir die Marienkapelle, die spätgotische Hallenkirche der Bürgerschaft (mit Grabstätte Balthasar Neumanns), den Dom St. Kilian, die viertgrößte romanische Kirche Deutschlands, die Basilika Neumünster (mit Grabdenkmal Walters von der. Vogelweide), das Falkenhaus, den vorderen und den hinteren Gressenhof oder Stachel. Anschließend erfolgt die Rückfahrt ins Quartier.
Gegen 19.00 Uhr – Abendessen. Danach nach Lust, Laune und Wetterlage, kleiner Spaziergang am Mainufer. Anschließend Regularien und Singen bei gutem Frankenwein!
Sonntag den 21. März
9,00 Uhr - Frühstück:
10.15 Uhr - Morgenwache und Abfahrt nach Sommerhausen;
Sommerhausen - Treffpunkt und Parken: vor dem Stadttor
Rundgang durch das malerische, gut erhaltene mittelalterliche/frühneuzeitliche Städtchen; Geburtsort von Franz Daniel Pastorius, der 1683 in Pennsylvanien/USA die Stadt Germantown gegründet hat die heute -irrtümlich- als älteste deutsch« Siedlung in Nordamerika gilt.
Mittagspause zur freien Verfügung
13.30 Uhr - Abfahrt nach Veitshöchheim;
Veitshöchheim - Treffpunkt; Eingang des Schlossgartens, Parken: entlang der Straße beim Eingang
Besichtigung des berühmten Rokoko-Sohloßgartens mit der Sommerresidenz der Fürstbischöfe
gegen 16.00 Uhr - Abscblußkreis im Schlossgarten
Wichtig; Pro Person werden für Eintrittsgelder und Parkgebühren ca. l5.- Euro anfallen!
Wichtig: Blaue Fähnchen nicht vergessen!
Besten Gruß und Gut Pfad
Kalla
Samstag, 24. Oktober 2009 - 23:28 Uhr
18. Regionaltreffen West im Kraichgau
Zwischen Odenwald und Schwarzwald liegt der Kraichgau, wo das 18. Treffen der Region Westdeutschland bei herrlichstem Spätsommerlicherwetter die 35 Teilnehmer an dem 18. Regionaltreffen West belohnte, welches sich diesmal zum Ziel gesetzt hatte, eine weithin unbekannte Region unseres Landes zu erkunden: den Kraichgau.
Ein Bericht von Wato zeugt von der Begeisterung der Teilnehmenden des Treffens, das vom 25.-27. 9. 2009 stattfand:
"Besonders freuten wir uns, unseren Noch-Vorsitzenden Herbert Krisam, nebst Gemahlin, sowie einige neue Teilnehmer begrüßen zu können. Wir trafen uns, aus allen Richtungen kommend, in Eichtersheim (Nähe Sinsheim) beim Geburtshaus von Friedrich Hecker (1811-1881), ein Verfechter geistiger Freiheit bei der 1848er Bewegung, wo er sich um Reformen bemühte. Sein Hut mit breiter Krempe, hochgeschlagen und mit einer Feder, wurde das Zeichen dieser Bewegung. Er lebte auch in USA und galt dort als Vertreter des Deutschtums. Im gegenüber gelegenen Park des Wasserschlosses konnten wir zunächst moderne Skulpturen des Bildhauers Jürgen Goertz bestaunen. Die Begrüßung durch Hannes war dadurch sehr stimmungsvoll. Nach diesem Beginn fuhren wir im Convoi –mit unseren Pfaderfähnchen an den Fenstern der Autos- zum Faustmuseum nach Knittlingen. Wer war eigentlich FAUST? Alchimist, Astrologe, Wahrsager, Mediziner! Georg Johann Faust wurde um 1480 geboren, war u.a. Schulleiter in Bad Kreuznach und für den Bischof von Bamberg Astrologe, sowie in Ingolstadt und Fürth. Er starb um 1540 unter mysteriösen Umständen. "Da steh ich nun, ich armer Tor und bin so klug als wie zuvor" kennt wohl jeder aus Goethes Faust. Wir fuhren weiter durch die herrliche Weingegend,- den Kraichgau. Er liegt zwischen Neckar und Enz, ist etwa 40 km breit und lang, besteht aus Muschelkalk und bildet die nördliche Fortsetzung des Schwarzwaldes. Nach dem Abendessen brachte uns unser Historiker Kalla hervorragend die Geschichte und Kultur dieser Gegend durch Lyrik und Prosa der "Maulbronner" näher, durch passende Lieder unterstützt, denn es folgte anderntags die Besichtigtigung des Klosters Maulbronn, die vollständigst erhaltene mittelalterliche Klosteranlage nördlich der Alpen, 1147 begonnen. Die dreischiffige romanische Pfeilerkirche mit dem später eingezogenen gotischen Netzgewölbe ist ein Beispiel der asketischen Zisterzienserbauweise. Nach der Reformation mussten die Mönche das Kloster verlassen (1537) und es entstand eine evangelische Klosterschule mit humanistischem Gymnasium und Internat: Friedrich Hölderlin, Johannes Kepler und Hermann Hesse waren dort Schüler.
Eine ganz andere Stimmung empfanden wir bei der Besichtigung des Waldenser-Museums in Schönenberg. "Lux Lucet in Tenebris" oder "Licht leuchtet in der Finsternis" ist ihr Anliegen. Bei uns in Homburg hat ja unser Landgraf Friedrich II. um 1700 auch den Waldensern in Dornholzhausen eine neue Heimat gegeben und eine Stadt, das nahe gelegene Friedrichsdorf für die Hugenotten (französische Protestanten) gegründet. Ich lernte dort, dass die Waldenser schon im 12. Jahrhundert um ihren Glauben kämpften und sich dann nach der Reformation mit den Waldensern zusammen taten.
Über das 100 Jahre Jubiläum der Deutschen Pfadfinder referierte Kalla nach dem Abendessen. Hoffentlich können wir seine interessanten Ausführungen auch mal nachlesen!
Am Sonntag erreichten wir die Stauferstadt Bad Wimpfen. Auch hier faszinierte uns Kalla mit seinem profunden Wissen! Die Reste der vor 1200 errichteten staufischen Kaiserpfalz besichtigten wir ausführlich und erfuhren von der Besiedelung in der Jungsteinzeit an der alten Völkerstraße, sogar mit einer Brücke über den Neckar nach der Zeitenwende! Bis 1952 war das heutige baden-württembergische Bad Wimpfen eine hessische Enklave, die durch eine Bürgerwahl ihr heutiges Statut erlangte.
Nachdem wir die 167 Stufen des romanischen Bergfrieds, dem Wahrzeichen "Blauer Turm", erklommen hatten, bot sich ein herrlicher Rundblick über die Stadt am Neckar mit den hübschen Fachwerkhäusern. Zum Abschluss hörten wir von dort oben Turmbläser!
Unseren Abschlusskreis bildeten wir im "Lerchennest" in Steinsberg/Sinsheim. Dieses altfränkische Bauerngehöft aus dem 16. Jhdt. in der Kurpfalz beherbergt das einzige Museum, welches über das Leben und Wirken Friedrichs II.(1712-1786) informiert. Hier schlug nämlich in den frühen Morgenstunden des 5. August 1730 sein Fluchtversuch fehl, mit dem er sich seines strengen Vaters, dem Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I von Preußen entziehen wollte. Dort las ich die später gefassten Worte: "Der preußische Gehorsam ist der einer freien Entscheidung, nicht einer der unterwürfigen Dienstwilligkeit." Ich stellte den Bezug zu unseren Pfadfinder-Leitmotiven her: dienen – helfen – gehorchen – eine königliche Auffassung!
In diesem Sinne rufe ich Euch ein herzliches "Gut Pfad" zu.
Wato
Hierzu noch einige Anmerkungen:
Zu Friedrich Hecker: er war Rechtsanwalt, Politiker und Militär in Deutschland und den USA, war einer der populärsten Redner und Agitatoren der Märzrevolution von 1848 in Nordbaden und Anführer des gescheiterten Heckeraufstands während der Badischen Revolution. Im nachrevolutionären Deutschland entstand um Hecker ein politischer Mythos, der bis heute fortwirkt.
Zu Faust: ein Zeitgenosse nannte ihn um 1507 "Magister Georg Sabellicus..., Quellbrunn der Nekromanten, Astrolog, Zweiter der Magier, Chiromant, Aeromant, Pyromant, Zweiter in der Hydromantie". Unter mysteriösen Umständen starb Georg Johann Faust um 1540 in Staufen im Breisgau. In der Chronik der Herren von Zimmern aus dem Jahre 1565 heißt es in diesem Zusammenhang bezeichnend, dass er vom Teufel geholt wurde. Womit der historische Faust mit allen Geheimnissen um seine Person Einzug in die Welt der Dichtung hielt.
Zu unseren Quartieren im hübschen Städtchen Gochsheim: sie waren Spitze. Die Abende, diesmal in separaten Räumen, wie üblich: interessante Vorträge über Region und Geschichte durch Kalla, Singen und viel Gelegenheit zum kennen lernen. Das Essen: schwäbisch in Gusto und Dimensionen. Durch den Abend führte mit seinem üblichen Charme der diesmalige Organisator Hannes Enzinger, dem hier ein ganz großes Lob ausgesprochen sei.
Die Morgenrunden jeweils mit Einstimmung durch Wato.
Zu Maulbronn: UNESCO Weltkulturerbe. Es wurde so ausführlich in der letzten Gilde beschrieben, dass sich weitere Erörterungen erübrigen.
Zum Waldenser Ort Schöneberg: Dort wurden durch den Gründer Henri Arnaud die Konkurrenten der Spätzle, die Kartoffeln, in Schwaben erstmals angepflanzt.
Zu Bad Wimpfen: erwähnenswert ist, dass ein leer geerntetes Kartoffelfeld bei einigen Teilnehmern mehr Aufsehen erregte als die auf dem Berg liegende beeindruckende Silhouette dieser mittelalterlichen Stadt.
Zum Lerchennest: nach der Abschlussrunde gerieten wir in den Verkehrstrubel eines Fußballspieles des Wunderklubs Hoffenheim, wodurch sich für einige die Rückfahrt erheblich verlängerte. Wiederum gehören den Organisatoren dieses Treffens Karl Scherer - Programm und Vorträge, Hannes Enzinger – diesmal verantwortlicher Leiter des Treffens, und Gerhard Konrad – dem wir die Quartiervorschläge verdanken, allerhöchstes Lob und ein herzliches Danke schön.
Unser nächstes Treffen, das 19., findet von Freitag, den 19. März bis Sonntag, den 21. März 2010 in der ehemaligen Bundeshauptstadt, der Stadt Beethovens, der 2000 jährigen ehemaligen Residenzstadt, mit ihrer berühmten Universität, vielen Museen – in BONN statt. Kalla hat dort studiert und wird uns in die Feinheiten des Bonner Lebens und der dortigen Sehenswürdigkeiten einführen.
François
Anm. d. Red.: Die Bilder des Treffens können durch Anklicken der Überschrift dieses Artikels aufgerufen werden. Francois hat sie zum Betrachten und Herunterladen freigegeben.
Dienstag, 14. Juli 2009 - 23:59 Uhr
Die Generalversammlung in Rothenburg

Splitter am Rande des Geschehens
Der große Event der GV: Unser Quartiermeister und auch sonst sehr aktiv am Geschehen der Region beteiligte Hannes Enzinger wurde ministrabel: er ist der neue Außenminister des VDAPG (in hiesigem Dialekt Internationaler Sekretär). Wir alle gratulieren ihm zu diesem Amt von ganzem Herzen und wünschen ihm viel Spaß in seiner Funktion und, natürlich, viel Erfolg.
Eigentlich war es beinahe ein Westregionstreffen. Von den Teilnehmern an unseren regulären Treffen waren da:
Adam Werner
Hannes Enzinger
Rita und Gerhard Konrad
Elke und Heio Obenauer
Ellen Renner
Karl Scherer
Anneliese und Paul Schmitz (Mitglieder h.c.)
Sieglinde und Erwin Zimmer
Yours Truly
Einige der anderen Regionen hielten Regionaltreffen ab um ihre Aktivitäten abzustimmen. Uns hatte man ebenfalls einen Raum zugewiesen, jedoch beschloss eine einstimmige Mehrheit kurzerhand das Treffen, das wir ja eigentlich nicht nötig hatten, in den Vorhof der Hölle zu verlegen. Ja, Ihr habt richtig gelesen. Zur allgemeinen Aufklärung sei festgehalten, dass die „Hölle“ ein Rothenburger Geheimtipp mit einer beeindruckenden Auswahl Weine und fränkischer Spezialitäten ist. Da der Abend besonders schön war, siedelten sich nach und nach alle Westler auf dem als Biergarten umfunktionierten Bürgersteig an. Geschichten wurden erzählt, Wein genossen, den Speisen Ehre angetan und nach dem zweiten Durchgang des Nachtwächters mit seiner multikulturellen Bewundererschar erreichte die Stimmung das bei unseren Treffen so berühmte Niveau. Es wurden Beschlüsse gefasst und, mangels adäquater Protokollführung, nicht rechtens zur Kenntnis genommen, es wurden Erinnerungen wachgerufen und die Qualität der humoristischen Geschichten stieg mit der Anzahl der genossenen Schoppen. Bis dann die nächtliche Kühle doch überhand nahm und man den steilen Weg zum Quartier – Gott sei Dank bergabwärts - in Angriff nahm.
Des Weiteren sei zu berichten, dass der neu gewählte Präsident (in hiesigem Dialekt Vorstandsvorsitzender) des Verbandes, Helmut Reitberger, mit Kalla, unserem Spiritus Rector, ein hochinteressantes Gespräch führte und man viele Gemeinsamkeiten feststellen konnte. Insbesondere scheinen Helmut die Grundkriterien unserer Treffen zu interessieren welche da sind:
wir sind gestandene Erwachsene mit einem gemeinsamen Hintergrund
wir fühlen uns unter Gleichgesinnten mit unserem Pfadfinder-Hintergrund besonders wohl
wir wollen Neues sehen und lernen, besonders in Bezug auf die historische Vergangenheit unserer und unserer Nachbarregionen
wir fördern die europäische Idee, die uns 60 Jahre Frieden und ein Ende des üblen Begriffs der „Erbfeindschaft“ beschert hat
Als Pfadfinder-Urgestein tauchte plötzlich Steff (Stephanie Lepper) aus Nördlingen auf. Sie war seinerzeit der Gilde Bad Homburg und der Hessengilde verbunden und hat in Nördlingen wieder beste Kontakte zu den dortigen Pfadfindern gefunden, welche sie nach Rothenburg brachten. Steff ist mit ihren 95 Jahren noch geistig brillant und unterhielt uns mit köstlichen Geschichten aus ihrem Alltag. So dass „ihre“ Pfadfinder, als der Aufzug zu ihrer im 4ten Stock gelegenen Wohnung an einem Festtag den Dienst versagte, Pfadfinder auftauchten und sie per Campingstuhl die Treppe hinab und anschliessend wieder hinauf beförderten. Es war eine Vergnügen sie wiederzusehen und ihr zuzuhören.
Einziger Tropfen in Eures Chronisten Wein war die Lage seines Zimmers, welche solcherart war, dass er erst 5 Stockwerke hinab und dann wieder die gleiche Anzahl hinauf musste um total erschöpft seine Liegestatt eben noch zu erreichen. Ob die Organisatoren wohl sein gesundheitliches Befinden auf die Probe stellen wollten? Aber, wie diesem Bericht zu entnehmen ist, er hat es überstanden. Und Steff ob ihrer hilfreichen Pfadfinder beneidet. Übrigens: Organisation, Quartier und Verpflegung waren beste Klasse: Chapeau (in hiesigem Dialekt Kompliment).
François
16. Treffen der Region Westdeutschland
Das 16. Treffen der Region Westdeutschland im Schwarzwald hat vom 26.09 - So 28.09. 2008 stattgefunden.
Hier nun ein sehr informativer und lesenswerter Bericht mit historischen Ausführungen:
berichttreffenschwarzwald.pdf [208 KB]
Geselligkeit und historischer Exkurs...
Das 15. Treffen der Region West in Metz
Metz
Metz nennt sich „Ville lumiere", Stadt des Lichtes und der Lichter, und „Ville des jardins", Garten-Stadt.
Ein Wochenende in Austrasien
Das 15. Treffen der Region West in Metz
Das Wetter? Durchwachsen, aber bestens geeignet zum Wandern und Erkunden. Die Stimmung? Spitze. Die Unterkunft? Ausgezeichnet, in unmittelbarer Nähe des historischen Zentrums, malerisch am Moselufer gelegen.
Die Stadt Metz? Ein relativ wenig bekanntes Juwel. Metz ist eine der schönsten Städte Frankreichs, eine ungemein vielseitige, farbenfrohe Stadt, mit einem Wasserlauf wie in Venedig, herrlichen, gepflegten Parkanlagen, architektonischen Schätzen und einem pulsierenden Zentrum. Metz nennt sich „Ville lumiere", Stadt des Lichtes und der Lichter, und „Ville des jardins", Garten-Stadt, und strengt sich sichtlich an, diesen Attributen gerecht zu werden. Metz ist eine lebendige Stadt. Während der Mittagszeit sind die Terrassen der zahlreichen Bistros, Cafes, Imbissstuben, Restaurants und Bars sehr gut besetzt. Das Zentrum befindet sich an der Place Saint-Jacques; vor dort aus erreicht man alle Geschäfte, Galerien und touristischen Attraktionen innerhalb von zehn Minuten. So die „Place d’Armes“ mit dem majestätischem gotischen Dom, die riesigen Grünflächen in der Stadt, die hervorragenden Museen, am Abend eine sensationelle Beleuchtung.
Wieso „in Austrasien“? Nun, wie unser Historiker Kalla (Karl Scherer) in seinen interessanten Ausführungen darstellte, hat Metz eine lange, bewegte Geschichte hinter sich und war seinerzeit die Hauptstadt des seit dem Tod Chlodwigs I. im Jahr 511 bis zu Pippin dem Jüngeren meist selbständigen fränkischen Teilkönigreiches Austrasien (Land im Osten). Das Gebiet umfasste die fränkischen Gebiete um Rhein, Maas und Mosel und neben Metz die Orte Reims, Köln und Trier, dazu die Gebiete der besiegten germanischen Stämme: unter dem ersten Teilkönig Theuderich anfangs nur Alemannien, später auch Thüringen und Bayern.
Zur Einführung ein Rundgang durch das Stadtzentrum und das monumentale „Deutsche Quartier“, in welchem besonders der 1908 vom Architekten J. Kröger errichtete Bahnhof auffällt. Ein 300 Meter langer Prachtbau im Stil der wilhelminischen Periode, halb Kathedrale, halb Kaiserpfalz mit imposanter Haupthalle. Ebenfalls von Kröger erbaut die festungsähnliche Hauptpost.
Abends nach einem verspäteten Abendessen Genuss der prächtigen Illuminationen der Kathedrale und vieler anderen Bauten, ein wohl einzigartiges Bild. Und in „unserem“ Saal bis spät Lieder und Gitarrenklänge.
Am nächsten Tag nach dem Frühstück Kallas Einführung in die Geschichte der Stadt Metz und der Region Lothringen. Wir befinden uns mitten in einer 3000jährigen Stadt, deren Geschichte an Dramaturgie wohl kaum zu überbieten und immer wieder direkt mit den Schicksalen Lothringens und des Elsass verbunden ist, die wir bei unseren letzten Treffen ausführlich erkundeten. Insbesondere die letzten beiden Jahrhunderte mit ihren ständig wechselnden territorialen Beanspruchungen durch die beiden „Erzfeinde“ Frankreich und Deutschland beeinflussten das heutige Stadtbild in erheblichem Masse. Metz war immer ein Zentralort in der Geschichte Europas. Bereits zur Römerzeit Kreuzungspunkt der wichtigsten Fernstrassen blieb Metz immer eine vielbegehrte Stadt.
Dann einer der Höhepunkte: die Kathedrale St. Étienne – der gotische Stephansdom, der nach 300jähriger Bauzeit 1546 geweiht werden konnte. Bereits die Portale beeindrucken den Besucher, der nach dem Betreten des Innenraumes atemlos dieses Wunderwerk der Architektur auf sich wirken lässt. Nur langsam nimmt man die gewaltigen Dimensionen wahr: Scheitelpunkt des Gewölbes in 42 Metern Höhe, Länge des Schiffes 123 Meter. Überwältigend auch die Fenster aus dem 13. Jahrhundert mit insgesamt 6500 m2 Fläche, sowie Fenster von Chagall und Jacques Villon, ein Farben- und Motivrausch mit unzähligen Details. Glanzpunkt ist unstreitig das große Rosenfenster von 1381 mit 11,50 m Durchmesser.
Mittagspause, die Euer Chronist im Hinblick auf ein 3 Gänge Abendessen mit einem „casse croute“ (Vesper) in der 1771 errichteten heutigen Markthalle bei Odette mit etwas Serrano Schinken, einer kleinen Baguette und einem Glass exzellentem 2006 Saint Estèphe überbrückte, während andere den langen Weg in die berühmte Brasserie Flo nicht scheuten und begeistert ihre kulinarische Genüsse schilderten.
Nachmittags Besuch der „Musées de la Cour-d’Or“ (Museum des goldenen Hofs), eines der wichtigsten gallo-römischen und mittelalterlichen Museen Frankreichs. Es befindet sich in der ehemaligen Karmelitenabtei von 1675 und im festungsähnlichen Chèvremont-Kornspeicher von 1457 und stellt in über 20 Sälen äusserst anschaulich die Geschichte der Stadt Metz dar. Wo sich Kalla natürlich in seinem Element befand und uns die hervorragend gestalteten Ausstellungen in ihren geschichtlichen Zusammenhängen nahebrachte.
Abendessen im Hotel, unter anderem Quiche Lorraine, confit de canard (sehr schmackhafte eingemachte Ente nach Toulouser Art) und Faisselle, eine Nachspeise aus geronnener Dickmilch. Wieder Rundgang durch die prächtig beleuchtete Stadt, wieder Gesang und Gitarrenklänge.
Sonntags dann eine Zäsur: so manchem war der vorgesehene Rundgang zu beschwerlich und es wurde beschlossen, die Gruppe aufzuteilen: die Metz Afficionados drehten ihre Runde durch die Altstadt, die anderen besichtigten die im Dreiländereck in der Nähe von Schengen gelegene Burg Marlbruck. So wurde denn bereits am frühen Morgen der Abschiedskreis gebildet. Die „Metzer“ sahen sich die Reste der Festung um das Deutsche Tor und weitere mittelalterliche Plätze und Gebäude an um beschlossen das Treffen mit einer Galette, einer bretonischen Spezialität sowie dem Cidre aus der Region.
Ein weiteres sehr gelungenes Treffen diesmal in einer in Deutschland kaum noch bekannten ehemaligen Reichsstadt in der Kaiser Karl IV 1356 die „Goldene Bulle“ unterzeichnete und publizierte – „die erste schriftlich fixierte Verfassung des Hl. Römischen Reiches Deutscher Nation“. Ein ganz besonderer Dank an „unseren“ Historiker Karl Scherer, welcher durch seine Ausführungen der Geschichte der Hauptstadt Austrasiens zu Leben verhalf.
Das nächste (16.) Treffen ist geplant im mittelalterlichen Gengenbach im Kinzigtal (Südschwarzwald). Termin: das Wochenende 25. bis 28. September (Donnerstag bis Samstag oder Freitag bis Sonntag je nach Unterkunft-Verfügbarkeit).
François












